Wissenswertes

Erfahren Sie in unserem Heizungswasser.at-Lexikon was hinter den Begriffen steckt.

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Ablagerungen
Ablagerungen sind Reaktionsprodukte, welche sich in den Anlagenteilen absetzen. Diese können in Form von Eisenoxid (Rost, Korrosionen usw.) oder Kalk in der Heizung entstehen und können bei Wärme in gelöster Form im Wasser transportiert werden. Bei Abkühlung und/oder Stillstand können die gelösten Stoffe als Schlamm ausfallen und verstopfen dann z. B. Fußbodenheizungsrohre. Die Ablagerungen und Verschlammungen beeinträchtigen die Wärmeübertragung und können bis zur totalen Verstopfung von Rohren führen.
Alkalisierung

Unter einer Alkalisierung versteht man die Erhöhung des pH-Wertes in den alkalischen Bereich (pH-Wert >8).

Biokorrosion (Mikrobiologische Korrosion)
Von Biokorrosion oder Mikrobiologische Korrosion spricht man, wenn sich Mikroorganismen (z. B. Bakterien) im System befinden und diese eine Reaktion mit dem Materialgefüge verursachen. Es gibt zwei verschiedene Arten von Bakterien, die dem Material im System schaden.
 
Aerobe Bakterien benötigen Sauerstoff zum Leben; dadurch tritt eine unterschiedliche Sauerstoffkonzentration auf und es entsteht Lochfraß.
Anaerobe Bakterien benötigen keinen Sauerstoff, wandeln jedoch Sulfat in korrosive Schwefelsäure um.
 
Um festzustellen ob und welche Bakterien sich im System befinden, kann eine Analyse des Heizungswassers vor Ort durchgeführt werden.
Biozide

Biozide sind Schutzstoffe, die mikrobiologisches Wachstum verhindern oder verzögern können.

Chloride

Chloride sind Salze und ein natürlicher Bestandteil des Wassers. Bei einer Konzentration über 30 mg/l können Chloride Korrosionen verursachen. Lt. ÖNORM H 5195 werden deshalb geeignete Maßnahmen verlangt.

Dispergieren

Unter dem Begriff Dispergieren versteht man die Umhüllung von Ablagerungen und Verschlammungen im Heizungswasser. Dadurch können z. B. Schmutzteile nicht zusammenwachsen / zusammenbacken und somit effektiv ausgefiltert werden. 

Entgasung

Bei einer Entgasung werden die Gase aus einer Flüssigkeit mittels Entgasungseinrichtungen entfernt.

Enthärtung

Unter Enthärtung in der Wasseraufbereitung, versteht man die Entfernung der gelösten härtebildenden Calcium- und Magnesiumbestandteile aus dem Rohwasser mittels Ionenaustausch. Dadurch wird vom Wasser gebundener Kalk entfernt und Kohlensäure freigesetzt.

Entsalzung / Demineralisierung

Bei der Entsalzung werden die im Rohwasser enthaltenen Salze und Mineralien, mittels Ionenaustausch entfernt. Bei der Vollentsalzung des Wassers wird der Salzgehalt restlos beseitigt und bei der Teilentsalzung wird der Kationen- und Anionengehalt des Wassers nur vermindert. Achtung: Der pH-Wert des Wassers fällt in den sauren Bereich.

Ergänzungswasser

Unter Ergänzungswasser versteht man Wasser, das zur Nachfüllung einer Anlage bei Wasserverlusten verwendet wird.

Füllwasser

Als Füllwasser bezeichnet man Wasser, mit dem eine Heizungsanlage erstmalig oder auch nach einer Entleerung befüllt wird. Weiche Wässer beschleunigen Korrosionen und harte Wässer verursachen Kalkablagerungen.

Gesamthärte, Wasserhärte

Die Gesamthärte ist die Summe der im Wasser vorhandenen Erdalkali-Ionen und setzt sich aus Karbonathärte (Kalziumkarbonat = Kalk) und Nichtkarbonathärte (Chlorid, Nitrat und Sulfat = Gips) zusammen. Bei Temperaturzunahme fällt der Kalk aus. Speziell im Heizungssystem lagert sich dieser bevorzugt an der heißesten Stelle (Wärmetauscher) ab.

Gipsausfällung

Calciumsulfat fällt bei geringem Karbonatgehalt aus und lagert sich in Form von Gips ab.

Glykol

Glykole findet man in Enteisern, Kühl- und Frostschutzmitteln (Ethylenglykol, Propylenglykol). Glykole haben einen Schmelzpunkt, der unter dem von Wasser liegt und sind daher ideal geeignet, das Gefrieren von Flüssigkeiten zu vermeiden.

Härtestabilisierung

Eine Härtestabilisierung wird durch Zugabe von Zusatzstoffen erreicht, welche die Kalkabscheidungen des Wassers beeinflussen.

Hochtemperaturkorrosion

Als Hochtemperaturkorrosion bezeichnet man die chemische Korrosion von Metallen bei höheren Temperaturen. Hochtemperaturkorrosionen finden statt, wenn Heizungssysteme mit hartem (kalkhältigem) und/oder salzhältigem Wasser be-/nachgefüllt werden und die Inhaltsstoffe an der heißesten Stelle ausfallen. Dies hat zur Folge, dass die Wärmeübertragung massiv verhindert wird und somit die Temperaturbelastung durch die daraus resultierende längere Befeuerung steigt – das Wasser beginnt zu sieden (oft sogar hörbar). Die Kesselglieder/Kesselwände werden enorm erhitzt, es kommt zu Spannungen und letztlich zu Rissen im Materialgefüge des Wärmeerzeugers.

Inhibitor
Inhibitoren sind sogenannte Schutzstoffe, die den Ablauf verschiedener chemischer Reaktionen wie z. B. Korrosionen verhindern oder verzögern. Diese Inhibitoren verbrauchen sich mit der Zeit und müssen somit erneuert werden, um den gewünschten Schutz aufrecht zu erhalten.
Karbonathärte

Die Karbonathärte (auch temporäre Härte genannt) gibt die Konzentration von Erdalkalien an, welche dem Hydrogencarbonat und Carbonat zuordenbar sind (Überwiegend Calcium und Magnesium). 

Kontaktkorrosion – elektrochemische Metallkorrosion

Die Kontaktkorrosion, auch galvanische Korrosion genannt, findet zwischen zwei unterschiedlichen Metallen im System statt, sobald diese durch einen Elektrolyt (z. B. Heizungswasser) verbunden sind. Hierbei wird das unedlere Metall (Anode) vom edleren Metall (Kathode) aufgelöst. Diese Art der Korrosion findet bei Mischinstallationen ohne geeigneten Korrosionsschutz statt. 

Leitfähigkeit

Die Leitfähigkeit ist eine Maßzahl für den Salzgehalt des Wassers und wird in Mikro-Siemens pro cm (µS/cm) gemessen.

Lochfraßkorrosion

Bei Lochfraßkorrosion, Lochkorrosion oder Pittingkorrosion handelt es sich um örtliche Korrosionen, welche als kraterförmige und nadelstichartige Vertiefungen auftreten und im Endstadion zu einer Durchlöcherung des Materialgefüges führen. Lochfraßkorrosion ist meist die Folge von Kontakt- oder Biokorrosion und wird durch Ihre geringe Oberflächenausdehnung häufig erst sehr spät entdeckt.

Nichtkarbonathärte

Die Nichtkarbonathärte (auch permanente Härte genannt) gibt den Anteil der Gesamtkonzentration an Erdalkalien an, die bei Temperaturerhöhung (bis 100 °C) nicht als Wasser- oder Kesselstein ausfallen. Dazu zählen z. B. Gips, Calciumsulfat, Sulfat, Silikat, Phosphat, Nitrat und Chlorid.

Osmosewasser

Unter Osmosewasser versteht man Wasser, welches über den Prozess der Umkehrosmose gewonnen wird. Bei diesem Verfahren werden die Salze großteils aus dem Wasser entfernt und die Leitfähigkeit dadurch gesenkt.

pH-Wert

Der pH-Wert gibt an, ob eine wässrige Lösung sauer (pH <7), neutral (pH = 7-8) oder alkalisch (pH >8) ist.

Wasseranalyse
Bei einer Wasseranalyse unterscheidet man zwischen einer chemisch-physikalischen Untersuchung (z. B. pH-Wert, Härte, Chloride, Nitrate) und einer bakteriologischen Untersuchung (z. B. Enterokokken, Legionellen, coliforme Bakterien, Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa etc.).
Für die ÖNORM H 5195 ist eine chemisch-physikalische Untersuchung erforderlich, welche nur die Eignung des Wassers für die Heizungsanlage feststellt und nicht die Trinkbarkeit.


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